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Grillz
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Grillz
: In der Hip-Hop-Kultur versteht
man unter dem Begriff Grill (pl.
Grills oder Grillz) ein Schmuckstück,
das man über den Zähnen trägt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Grillz |
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| Mit
den sogenannten Grills oder Grillz, den
goldenen und diamantenen Zahnüberzügen,
ist die «Bling-Bling»-Kultur des
amerikanischen Hip-Hop um einen
Kultgegenstand reicher geworden. Unter
den Jugendlichen des Ghettos sind die
Grills jedoch mehr als nur Schmuckstücke |
| «Ich
stecke mein Geld da rein, wo mein Mund
ist», hat der Hip-Hop-Star Nelly auf
seinem letzten Nummer-eins-Hit, «Grillz»,
gerappt. «Dreissig Riesen unten,
dreissig weitere Riesen oben.» 30 000
Dollar also für einen goldenen, mit
Diamanten besetzten Zahnüberzug? -
Grills, wie die glitzernden Zahnspangen
im Hip-Hop-Jargon heissen, sind nicht
nur Sache von Gangstern und anderen
Unterwelt-Grössen. Immer mehr
Jungunternehmer, Schauspieler und
Sportler leisten sich ein diamantenes Lächeln.
Auch Rapper wie P. Diddy, Jermaine Dupri
und Lil'Jon, der R'n'B-Sänger Usher
oder selbst der engagierte Hip-Hop-Don
Kanye West demonstrieren ihr Image auch
auf den Zähnen. |
| Und
seit Nellys Ode an die schmucken
Zahnleisten hat das «Bling-Bling», die
Schmuckobsession der Hip-Hop-Kultur,
eine neue Popularitätsstufe erklommen.
Auf der Suche nach ein bisschen
Extra-Glamour stürmen nun die Hip-Hop-
Fans die Juwelierläden. |
| Grills
sind allerdings mehr als spätkapitalistischer
Narzissmus-Wahn. Im rauen Klima des
Ghettos symbolisieren die Schmuckleisten
eine quasimagische Rüstung - und zeigen
mitunter den unbedingten Willen, sich über
alle Widrigkeiten hinweg als Individuum
in Szene zu setzen. Nicht zufällig
waren es Rapper aus den ärmsten
Vierteln von New Orleans, die Grills als
internationalen Modetrend lancierten. «Es
ist im Süden Tradition, sich Goldzähne
machen zu lassen», erklärt dazu Rapper
Juvenile. «Vater, Onkel, Opa: Sie haben
alle eine Goldspange im Mund. Wenn dein
Leben schon beschissen ist, dann möchtest
du eben wenigstens ein bisschen Glamour
zur Schau tragen.» Psychoanalytiker
haben die Grills-Mode als Ästhetisierung
eines Traumas gedeutet. Wenn Zähne
unter anderem für Potenz stehen, dann können
goldene Gebisse zumindest den Anschein
von Macht ausstrahlen - als Kompensation
für die oft erniedrigenden Verhältnisse,
unter denen Afroamerikaner der
Unterschicht aufwachsen. Pimp-Culture
Bling-Bling, der Schmuck-Kult der
Hip-Hop- Szene, zieht seine Inspiration
seit je aus der Pimp- Culture, der Zuhälter-Kultur:
Die romantische und faszinierend anrüchige
Figur des Zuhälters feiert eine
Renaissance im schwarzen Pop. Nicht zufällig,
so glaubt der afroamerikanische
Kulturkritiker Robin D. G. Kelley,
taucht der mythologische Pimp immer dann
als Identifikationsfigur auf, wenn das
schwarze männliche Amerika in der Krise
steckt. Im Ghetto bietet er oft das
einzige sichtbare Vorbild für
materiellen Erfolg und Selbstbestimmung. |
| Die
Fähigkeit des Pimps, seine Umgebung zu
kontrollieren, dank seinem Geschäftssinn,
seinem sexuellen Vermögen, seiner
psychologischen Finesse und, ja, auch
Gewalt Frauen dazu zu bringen, nach
seinem Willen zu handeln und ihm Geld zu
geben, gilt immer noch als seltenes
Beispiel schwarzer männlicher Autorität
- zumal unter den Jugendlichen im Ghetto
- der am schlechtesten verdienenden, am
meisten diskriminierten und am häufigsten
zu Gefängnisstrafen verurteilten Bevölkerungsgruppe
Amerikas. Das ist 2006 noch immer ähnlich
wie Mitte der achtziger Jahre. |
| Damals
erreichte die üppige Schmuckorgie im
Hip-Hop - Goldketten, so dick wie
Schiffstaue, diamantenbesetzte
Augenklappen, protzige
Vierfinger-Namensringe und
Gold-Medaillons - ihren ersten Höhepunkt.
Slick Rick liess sich einen Rubin in
seinen Goldzahn einsetzen, Rapper-
Kollegen - von LL Cool J bis zum
Wu-Tang-Clan - folgten seiner Goldspur,
gaben das Gewicht ihres
Edelmetall-Schmucks als Beweis aus für
ihren persönlichen Rang. Und
suggerierten damit eine verbindliche,
populär-darwinistische Ideologie.
Gesellschaftlich engagierte Rapper wie
De La Soul, A Tribe Called Quest oder
KRS-One versuchten zwar, mit
Leder-Medaillons, Perlenketten und
Beduinenkleidern die Hip-Hop-Couture an
das afrikanische «Mutterland» und eine
«schwarze Natürlichkeit» zurückzubinden
- durchgesetzt aber haben sie sich
nicht. |
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| Weiterführende
Infos u.a. unter: |
http://www.grillz4you.de
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http://www.disco-hamburg.de
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| Text/Verfasser:
JS, Mathias Leisner |
| Nachweis/Quelle:
Fachlektüren |
| Letzte
Änderung dieser Inhalte: 12.05.2009. |
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